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Ein sinnliches Erlebnis Sein Element ist das Holz. Ausgehend von dessen Form, Farbe und Maserung entwickelt Gerd Schnapp-Ebmeier die Ideen für seine hoch ästhetischen Skulpturen und Reliefs, die er bis ins letzte Detail ausfeilt. Sein Ziel ist die Synthese von Material und Form. Meist sind es weiche, fließende Linien, die seine Arbeiten bestimmen. Sie zu erfassen, ist ein optisches, aber vor allem auch ein haptisches Vergnügen. Von der heimischen Kiefer bis zum australischen Veilchenholz reicht die Bandbreite der Hölzer, die Gerd Schnapp-Ebmeier verwendet. Typisch für seine Objekte sind die mosaikartigen Akzente, die er mit andersfarbigen Edelhölzern ins Zentrum seiner Skulpturen oder Basreliefs setzt. Seine Arbeiten sind deshalb nicht aus einem Stück, trotzdem aber aus einem Guss. Alles fließt, könnte man mit Heraklit sagen, und doch gibt es auch im Werk Gerd Schnapp-Ebmeiers nicht nur die Seite des Formalästhetischen, sondern auch des Kritisch-Assoziativen. Seine Arbeiten zu Themen wie Apartheid oder deutsche Einheit stehen für diesen Teil seines Schaffens. Der gebürtige Bamberger hat gleichsam die Farbe in die Holzbildhauerei gebracht. Ist sie bei seinen Reliefs noch Natur gegeben, so hat Schnapp-Ebmeier für seine Stelen ganz bewusst zur Acrylfarbe gegriffen und damit die Maserung des Holzes oder die Spuren eines Pilzes noch betont. Die Stelen bestechen jedoch auch durch das Spiel mit Leichtigkeit und Schwere. Schließlich sind seine hölzernen Objekte massiv, doch durch die Anbringung auf langen dünnen Metallstangen erhalten sie etwas erstaunlich Leichtes, Schwingendes. Auch hier spielt der Künstler wieder mit verschiedenen Hölzern und geht bei seinen minutiösen „Einlegearbeiten“ noch weiter als zuvor: Wer genau hinsieht, findet in seinen minutiösen Kompositionen - kunstvoll eingerahmt vom Holz – diverse Naturmaterialien, die sein wohl gehütetes Geheimnis bleiben sollen. Ruth Matthes WESTFALEN-BLATT 2005
Der Herforder Holzbildhauer Gerd Schnapp-Ebmeier vereinigt auf sich ein fundiertes technisches Wissen und ein hohes Maß an Sensibilität im Umgang mit dem Material Holz. Die Materialität des Holzes wird in seiner spezifischen Eigenwirkung wahr – und ernstgenommen und im künstlerisch – gestalterischen Prozess sichtbar gemacht.Die Art der Farbgebung, die Einarbeitung der Farbe in die Maserung des Holzes kann als innovatives Moment in der Holzbildhauerei angesehen werden. Die organische Formgebung der Arbeiten von Gerd Schnapp-Ebmeier zeigt eine große Nähe zur Formensprache des Jugendstils. Prof. Bruno Krenz September 2005
Ausdrucksstark und phantasiereich Jede Kunst enthält immer sowohl abstrakte als auch surreale, klassische und romantische Elemente. (frei nach Henry Moore) Die Arbeiten sind von klaren Vorstellungen und Gestaltungswillen geprägte, sinnbildliche Erfindungen, deren Symbolik sich als gestalthafter Ausdruck einer Idee mitteilt oder im Wandrelief ein kombinatorisches Prinzip sichtbar macht. Die Skulpturen von Schnapp-Ebmeier sind durchdrungen von romantischen, klassischen und surrealen Momenten, dabei ausdrucksstark, phantasiereich und souverän. An anderen Arbeiten fällt die völlige Offenheit der Phantasie auf, die aus der Naturform und Maserung des Holzes herausgearbeitet ist.Ob der abgesägte Goldregenstamm aus Nachbars Garten oder der altersschwache vom Sturm entwurzelte Kirschbaum, verbunden mit Furnierresten des Holzgroßhändlers - Gerd Schnapp-Ebmeier verarbeitet vieles, fügt manches überraschend zusammen. Inspirationen und Skulptur-Ideen beziehen sich konsequent auf den Rohstoff. Haller Kreisblatt 1998
Symbolreiche Botschaften in Holz Aus gewachsenem Holz formt Gerd Schnapp seine dreidimensionalen Botschaften. Darin greift der Wahl-Herforder symbolhaft politische Themen und gesellschaftliche Phänomene auf. Den Arbeiten Schnapps ist eine bemerkenswerte Verarbeitung zu eigen. Holz scheint unter seinen Händen keine formalen Grenzen zu kennen. Lothar Nenz Neue Westfälische 1997
Wie dickliche Finger einer Amöbe Glatt im buchstäblichen Sinne des Wortes sind die Holzobjekte Schnapps. Erst beim genauen Blick auf die Baumstammstelen entdeckt der Betrachter die feinen Bearbeitungen des Naturmaterials: Winzige Risse sind farbig gefüllt, kleine Intarsien werden sichtbar. Immer wieder taucht bei den Objekten die Tropfenform auf. Das kompakte Material beginnt zu fließen, sieht aus wie eine zähe Masse, die sich träge in Bewegung setzt. Interessante Maserungen entstehen dadurch, dass der Künstler Schichtholz abschleift. Ins Auge fällt vor allem eine sehr große Plastik, auf den der Besucher gleich nach Betreten des Raumes zugeht. Dickliche Tropfen, die wie die Finger einer sich spreizenden Amöbe anmuten, greifen im Reißverschlussverfahren ineinander. Im unteren Drittel lösen sie sich wieder voneinander. Selbst die aus unterschiedlichen Hölzern zusammengesetzten Wandbilder sind Reliefs: Tropfen rinnen über die gewellten Rahmen. Hinter den klaffenden Gräben, die die auseinander-gerissenen Flächen hinterlassen, lugt himmelblaues Holz oder Metall hervor. Schnapps Objekte haben nicht nur einen enormen haptischen Reiz. Man kann an ihnen kaum vorübergehen, ohne die üppigen runden Formen zu berühren. Daneben sind sie auch optisch verblüffend. Anke Groenewold Lippische Landeszeitung 1991
Holzskulpturen voller Harmonie Gerd Schnapp, vor einigen Jahren von Berlin nach Herford gekommen, ist ein Künstler, der dem Holz die Möglichkeiten förmlich ablauscht. Er geht den gewachsenen Spuren und der Naturform mit einem enormen Wissen um die unendliche Vielfalt der Hölzer nach. Besonders die Exoten kennt er, auch wenn sie nur in den hintersten Waldgebieten des Globus zu finden sind. Ein mehrmonatiger Aufenthalt in Malaysia, einem wichtigen Ursprungsland für Edelhölzer, hat seine Erfahrung sehr bereichert. Mit dem Holz geht Schnapp so organisch um, dass man Bearbeitungsspuren überhaupt nicht wahrnimmt, und da, wo er das Holz zwingt, wenn er es fließen lässt, wirkt es immer naturhaft. Alle Skulpturen haben diese vollendete Harmonie der Naturerschaffung, und doch ist Schnapp ihr Schöpfer. Die abstrakten Skulpturen und Plastiken aus kostbaren Hölzern, die wie gewachsen wirken, möchte man immer in der Hand halten, berühren Schnapp weiß um das Geheimnis, den Naturglanz der Flächen herauszuholen. Auch in den Wand-bildern scheint das Holz zu fließen oder knospend aufzubrechen. Was Schnapp aus diesem Material, das er sehr lieben muss, gestaltet, ist einzigartig. Diese Kunstwerke gehören in die Klasse der Bildhauerkunst und haben hohes Niveau. Der 39jährige hat sich ja auch in Berlin, wo sein künstlerischer Werdegang sich seit 1970 entwickelte, schon einen Ruf erworben. Gerda William Neue Westfälische 1988
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